Pressemitteilung 265/2023
Stuttgart,
2022 insgesamt 35 Gewässerverunreinigungen durch Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen
Hauptursache unfallbedingter Wassergefährdungen ist Fehlverhalten
2022 kam es im Südwesten zu rund 200 unfallbedingten Wassergefährdungen. Wie das Statistische Landesamt Baden-Württemberg dazu mitteilt, wurden 67 Unfälle durch einen unsachgemäßen Umgang mit wassergefährdenden Stoffen zum Beispiel bei deren Lagerung oder Verwendung verursacht. 137 Unfälle meldeten die Wasserbehörden bei der Beförderung von wassergefährdenden Stoffen.1 Unfallschwerpunkt war dabei mit 127 Fällen der Straßenverkehr. Wassergefährdungen durch verunfallte Schienenfahrzeuge oder Schiffe waren selten. Beim Umgang als auch bei der Beförderung waren insbesondere Fehlverhalten, daneben auch Materialmängel die hauptsächlichen Unfallursachen.
Abwehrmaßnahmen, zum Beispiel mit Ölbindern oder Gewässersperren, konnten vielerorts verhindern, dass der freigesetzte Stoff in die Kanalisation oder ein Oberflächengewässer – zum Beispiel einen Bach oder Fluss – oder in grundwasserführende Schichten eingetragen wurde. Daher blieb es meist bei einer Verunreinigung befestigter Flächen oder des Erdreichs. Jeweils 54‑mal kam es jedoch zu einer Verunreinigung der Kanalisation und gegebenenfalls der nachgeschalteten Kläranlage, 32‑mal wurde ein Oberflächengewässer und 3‑mal das Grundwasser verunreinigt.2
Bei der Mehrzahl der Unfälle (168) belasteten Mineralölprodukte die Umwelt. Bei 11 Unfällen wurden Stoffe landwirtschaftlichen Ursprungs, wie zum Beispiel Jauche, Gülle und Silagesickersaft –sogenannte JGS-Stoffe3 – und bei 25 Unfällen Gärsubstrate/Gärreste oder sonstige wassergefährdende Stoffe freigesetzt.
Größere Schadstoffmengen entwichen vor allem aus JGS- und Biogasanlagen. Bei insgesamt 12 dem Statistischen Landesamt Baden-Württemberg gemeldeten Beschädigungen dieser Anlagen waren es zusammen rund 160 Kubikmeter (m³)4 JGS-Stoffe und Gärsubstrate/Gärreste. 2022 entfielen damit rund 60 % der bei den 204 Unfällen insgesamt freigesetzten wassergefährdenden Stoffe – rund 275 m³ – auf JGS- und Biogasanlagen. Dabei wurde 3‑mal die Kanalisation und 9‑mal ein Oberflächengewässer verunreinigt.